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Tiefenpsychologisch-fundierte Psychotherapie

Die Tiefenpsychologisch-fundierte Psychotherapie beschäftigt sich mit dem unbewussten Erleben und Verhalten eines Menschen. Hierbei wird davon ausgegangen, dass es innere Konflikte (z. B. gegensätzliche Wünsche, Motive und Werte) gibt, die sich in der frühen Biographie entwickelt haben. Psychische Beschwerden können dabei durch sich wiederholende Themen verursacht werden.

Ziel ist es, diese Themen zu identifizieren und zu verstehen, um damit im Hier und Jetzt besser umgehen zu können und Entlastung zu schaffen. In der Therapie wird ein aktives Gespräch geführt, bei dem Problembereiche und Hintergründe erörtert werden. Hierzu werden lebensgeschichtliche Prägungen und deren emotionale Spuren gemeinsam betrachtet. Darauf aufbauend können neue Spielräume für das heutige
Erleben und Verhalten entstehen.

  • »Ausbildungsdauer und Ablauf
  • »Theorie
  • »Praxis

Die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten erfolgt nach den Vorgaben der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung und schließt mit der staatlichen Approbationsprüfung vor dem Landesprüfungsamt ab. Die Ausbildung umfasst insgesamt mindestens 4.200 Stunden.

Die Ausbildung im Überblick

  • 600 Stunden eigene Behandlungsfälle an der Ausbildungsinstitutsambulanz unter Supervision (Praktische Ausbildung)
  • 150 Stunden Gruppen- und Einzelsupervision
  • 130 Stunden Selbsterfahrung (80 Stunden Gruppen- und 50 Stunden Einzelselbsterfahrung)
  • 1.200 Stunden praktische Tätigkeit in einer psychiatrischen Klinik
  • 600 Stunden praktische Tätigkeit in einer sozialrechtlich zugelassenen Einrichtung der psychiatrischen oder psychotherapeutischen Versorgung
  • 930 Stunden Freie Spitze

Die theoretische Ausbildung am HIP erfolgt in Wochenendblöcken schwerpunktmäßig in den ersten drei bis vier Ausbildungssemestern. Die Seminare finden in der Regel zwei Mal monatlich in den Räumlichkeiten des HIP statt.

Theoretische Ausbildung in der Tiefenpsychologisch-fundierten Psychotherapie

Die Auszubildenen erwerben sowohl Grundkenntnisse als auch vertiefte Kenntnisse zu Krankheitsbildern und speziellen Behandlungstechniken und Methoden. Wesentliche Merkmale sind die Grundlagen der psychodynamischen Therapie und die therapeutische Beziehungsgestaltung. Zusätzlich werden Ausblicke in andere Psychotherapieverfahren aufgezeigt. Zudem erhalten Sie einen Überblick über Weiterentwicklungen und benachbarte Therapierichtungen.


Ausbildungsschwerpunkte im Überblick

Störungsmodelle der Tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie

  • Theorie der psychischen Entwicklung: Trieb- und Affekttheorie
  • Bindungstheorie und Mentalisierung
  • Konfliktpathologie vs. Strukturpathologie
  • Ich- Psychologie, Selbstpsychologie und Objektbeziehungstheorie

Störungsspezifische Krankheitslehre

  • Allgemeine Psychopathologie und psychodynamische Krankheitslehre
  • Psychosomatische Störungsbilder: Somatoforme Störungen, Konversionen, Theorie der Hysterie
  • Persönlichkeitsstörungen: Borderline-Störungen, Narzissmus und narzisstische Störungen, antisoziale Störung sowie histrionische und schizoide Störungsbilder
  • Posttraumatische Belastungsstörung und komplexe Traumafolgestörung
  • Sexualentwicklung, Sexuelle Störungen und Perversionen
  • Diagnostik von Suchterkrankungen
  • Unipolare und bipolare affektive Störungen
  • Angsterkrankungen und Zwangsstörungen
  • Essstörungen

Psychodynamische Behandlungstechnik und Diagnostik

  • Übertrags- Gegenübertragungsanalyse
  • Erstinterview, Arbeitsbündnis
  • Abwehr und Wiederstand
  • Technik der Deutung
  • Psychodynamische Hypothesenbildung
  • Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik
  • Einführung in die Arbeit mit einem Fokus
  • Kurzzeittherapie

Praktische Ausbildung

Supervisoren bei der Planung und Durchführung Ihrer Therapien und begleitet Sie während des gesamten Behandlungsablaufs. Das HIP hat mit anerkannten und akkreditierten Supervisoren Kooperationsverträge geschlossen. Sie haben die Möglichkeit, für die Einzel- und Gruppensupervisionen zwischen den Supervisoren zu wählen.

Im Rahmen der Praktischen Ausbildung behandeln Sie unter Supervision nach ca. zwölf Ausbildungsmonaten und erfolgreich absolvierter Zwischenprüfung eigene Patienten in den beiden Ausbildungsinstitutsambulanzen Campus HafenCity und Campus Harburger Binnenhafen.

In diesen 600 bis 800 Stunden werden üblicherweise circa 12 bis 15 Patienten in Kurz- und Langzeittherapie behandelt. Die Behandlungsfälle decken dabei das gesamte psychotherapeutische Diagnose- und Behandlungsspektrum ab.

Supervision

Im Rahmen Ihrer Ausbildung erhalten Sie insgesamt 150 Stunden Gruppen- und Einzelsupervision. Unser Team aus langjährig erfahrenen Psychologischen Psychotherapeuten unterstützt Sie zusätzlich zu den 

Praktische Tätigkeit

Die praktischeTätigkeit besteht aus zwei Bausteinen:

  • Der erste Baustein (P1-Praktikum) umfasst 1.200 Stunden in einer psychiatrischen Klinik, die innerhalb von zwölf Monaten absolviert werden.
  • Der zweite Baustein (P2-Praktikum) beinhaltet 600 Stunden in einer sozial-rechtlich zugelassenen Einrichtung der psychotherapeutischen oder psychosomatischen Versorgung.

Die praktische Tätigkeit sollte möglichst früh, das heißt am Anfang der Ausbildung, begonnen werden. Die Reihenfolge ist dabei frei wählbar. Wir empfehlen, mit dem P1-Praktikumzu beginnen. Da die Praktikumsplätze stark nachgefragt werden, raten wir zu einer frühzeitigen Bewerbung um einen Praktikumsplatz – idealerweise, sobald Sie sich für die Ausbildung entschieden und den Ausbildungsvertrag abgeschlossen haben. Wir kooperieren mit zahlreichen psychiatrischen Kliniken und sozialrechtlich zugelassenen Einrichtungen im gesamten Bundesgebiet, um den Ausbildungsteilnehmern möglichst ein wohnortnahes Praktikum zu ermöglichen.

Als Besonderheit haben Sie bei uns die Möglichkeit, Ihr P2-Praktikum in der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz der MSH am Campus HafenCity und am Campus Harburger Binnenhafen zu absolvieren.

Selbsterfahrung

Ein wesentlicher Bestandteil in der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten ist die Selbsterfahrung, die je nach Vertiefungsverfahren als reine Gruppenselbsterfahrung oder als Kombination aus Gruppen- und Einzelselbsterfahrung im Gesamtumfang von bis zu 130 Stunden absolviert wird. Die Gruppenselbsterfahrung gliedert sich in drei bis vier Gruppenselbsterfahrungswochenenden.

In diesen Veranstaltungen erhalten Sie die Möglichkeit, sich bewusst mit sich selbst und Ihren bisherigen persönlichen Erfahrungen auseinanderzusetzen. Dadurch lernen Sie, bewusster mit eigenen Reaktionen umzugehen. Im Mittelpunkt steht die Reflexion der eigenen Biografie, die Selbstfürsorge sowie die Bewältigung von schwierigen und herausfordernden therapeutischen Situationen.

Gruppenselbsterfahrungseinheiten absolvieren Sie gleich zu Beginn und verteilt über den gesamten Zeitraum der Ausbildung. Wir legen Wert darauf, dass die Selbsterfahrungsleiter nicht personenidentisch mit den Lehrenden der Theorieausbildung sind. 

Freie Spitze

Mit dem Ausbildungsangebot werden 3.270 Stunden der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten abgedeckt.

Die verbleibende Zeit, die sogenannte Freie Spitze von 930 Stunden, können Sie für die Teilnahme an Tagungen, Kongressen, Klinikfortbildungen, Kolloquien und Repetitorien sowie für die anschließende Dokumentation nutzen. Die Veranstaltungsteilnahme und ein Teil der Dokumentation lassen sich auf die 930 Stunden anrechnen. 

Promotion – Sie möchten neben der Ausbildung promovieren?

Für die wissenschaftlich und forschungsorientierten Teilnehmer an der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten am HIP HafenCity Institut für Psychotherapie besteht die Möglichkeit der Promotion an der MSH Medical School Hamburg. Die MSH hat zurzeit noch kein eigenes Promotionsrecht, kooperiert aber mit anderen Universitäten. Unsere Professoren der Fakultät Humanwissenschaften betreuen zahlreiche Promotionen und freuen sich auf Ihre Anfrage.

Ihre Ansprechpartnerin

Friederike Neumaier, M.Sc.
Ausbildungsmanagement

Fon: 040 361 226 48000
Fax: 040.361 226 48299

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