Welche Ausbildungsinhalte erwarten mich?

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»Behandlungstätigkeit

Die praktische Tätigkeit dient dem Erwerb praktischer Erfahrungen in der Behandlung von Störungen mit Krankheitswert sowie von Kenntnissen anderer Störungen, bei denen Psychotherapie nicht indiziert ist. Die praktische Tätigkeit steht unter fachkundiger Anleitung und Aufsicht.

Die praktische Tätigkeit erstreckt sich über mindestens 1,5 Jahre und umfasst mindestens 1.800 Stunden. Sie ist in Abschnitten von jeweils mindestens drei Monaten abzuleisten. Dabei müssen folgende Abschnitte absolviert werden:

  • Mindestens ein Jahr über mindestens 1.200 Stunden an einer kinder- und jugendpsychiatrisch klinischen Einrichtung, die im Sinne des ärztlichen Weiterbildungsrechts zur Weiterbildung für Kinder­- und Jugendpsychiatrie/ -psychotherapie zugelassen ist oder die von der zuständigen Landesbehörde als gleichwertige Einrichtung anerkannt wird.
  • Während der praktischen Tätigkeit in der kinder- und jugendpsychiatrisch klinischen Einrichtung ist der Nachweis über die Beteiligung an der Diagnostik und Behandlung von mindestens 30 Patienten zu erbringen. Bei mindestens vier dieser Patienten müssen die Familien oder andere Sozialpartner des Patienten in das Behandlungskonzept einbezogen sein.
  • Mindestens sechs Monate über mindestens 600 Stunden sind an einer von einem Sozialversicherungsträger anerkannten Einrichtung der psychotherapeutischen oder psychosomatischen Versorgung oder in der Praxis eines Arztes mit einer ärztlichen Weiterbildung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie/ -psychotherapie oder eines Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten zu erbringen.

Jeder Ausbildungsteilnehmer erhält eine Übersicht mit Einrichtungen zur Absolvierung der praktischen Tätigkeit, mit denen das HIP kooperiert und die bereits anerkannt sind. Ausbildungsteilnehmer sollen dabei Kenntnisse und Erfahrungen über die akute, abklingende und chronifizierte  Symptomatik  unterschiedlicher  kinder- und jugendpsychiatrischer Erkrankungen erwerben sowie die Patientenbehandlungen fallbezogen und unter Angabe von Umfang und Dauer  dokumentieren.

»Theorie

Die theoretische Ausbildung umfasst mindestens 600 Stunden und findet teilweise parallel zur praktischen Tätigkeit und praktischen Ausbildung statt. Sie erstreckt sich auf die Vermittlung von Grundkenntnissen für die psychotherapeutische Tätigkeit und auf Spezialkenntnisse im Bereich Verhaltenstherapie bei Kinder und Jugendlichen. Die theoretische Ausbildung findet vorrangig in Form von Vorlesungen, Seminaren und praktischen Übungen statt:

  • Die Vorlesungen werden ein Drittel der Studenzahl der theoretischen Ausbildung nicht überschritten.
  • In den Seminaren werden die in den Vorlesungen und praktischen Übungen vermittelten Ausbildungsinhalte mit den Ausbildungsteilnehmern vertiefend und anwendungsbezogen erörtert, insbesondere die psychologische, psychopathologische und medizinische Zusammenhänge.
  • Die praktischen Übungen umfassen Falldarstellungen und Behandlungstechniken der praktischen psychotherapeutischen Arbeit mit Patienten. Praktische Übungen werden in kleinen Gruppen durchgeführt.

Selbsterfahrung
Die Selbsterfahrung, die verfahrensspezifisch orientiert und ein Teilaspekt der vertieften Ausbildung ist, umfasst mindestens 120 Stunden in Gruppenform. Gegenstand der Selbsterfahrung sind die Reflexion oder Modifikation persönlicher Voraussetzungen für das therapeutische Erleben und Handeln.

Supervision
Die Supervision umfasst 100 Stunden Gruppensupervision und mindestens 50 Stunden Einzelsupervision. Die Supervision ist auf die 600 Behandlungsstunden regelmäßig zu verteilen und muss bei mindestens drei unterschiedlichen, vom Institut anerkannten Supervisoren durchgeführt werden.

Ergänzendes Studium und Arbeitsgruppen (Freie Spitze)
Das ergänzende Studium umfasst die Arbeit in angeleiteten Arbeitsgruppen im Umfang von ca. 500 Stunden. Diese Gruppen, die in der Regel identisch sind mit den Supervisionsgruppen, arbeiten angeleitet und bestehen aus ca. drei bis fünf Teilnehmern.

»Praxis

Die praktische Ausbildung ist Teil der vertieften Ausbildung und dient dem Erwerb sowie der Vertiefung von Kenntnissen und praktischen Kompetenzen bei der Behandlung von Patienten mit Störungen von Krankheitswert. Es sind mindestens 600 Behandlungsstunden unter Supervision bei mindestens sechs Patientenbehandlungen sowie 150 Supervisionsstunden nachzuweisen.

Die eingenen Behandlungsfälle unter Supervisionen werden an der Ausbildungsinstitutsambulanz absolviert. Dabei sind die Supervisionsstunden bei mindestens drei unterschiedlichen, vom Institut anerkannten, Supervisoren abzuleisten und werden auf die Behandlungsstunden regelmäßig verteilt.

»Inhalte

Die theoretische Ausbildung umfasst insgesamt 600 Stunden:

  • 200 Stunden Grundkenntnisse
  • 400 Stunden vertiefte Ausbildung

Themenbereiche Grundkenntnisse:

  • Entwicklungs-, sozial-, persönlichkeits- und neuropsychologische Grundlagen normalen und abweichenden Verhaltens im Kindes- und Jugendlichenalter
  • Allgemeine und spezielle Krankheitslehren der Störungen mit Krankheitswert, bei denen Psychotherapie indiziert ist, unter Berücksichtigung der wissenschaftlich anerkannten Verfahren
  • Psychosomatische Krankheitslehre
  • Kinder- und Jugendpsychiatrische Krankheitslehre, Psychiatrische Krankheitslehre verschiedener Altersgruppen
  • Methoden und Erkenntnisse der Psychotherapieforschung unter Berücksichtigung der Erkenntnisse der Säuglings- und Kleinkindforschung
  • Diagnostik und Differentialdiagnostik: Einschließlich Testverfahren zur Abgrenzung verschiedener Störungen mit Krankheitswert, bei denen Psychotherapie indiziert ist, psychosozial- und entwicklungsbedingter Krisen sowie körperlich begründbarer Störungen bei Kindern und Jugendlichen
  • Besondere entwicklungs- und geschlechtsspezifische Aspekte der Persönlichkeit, der Psycho-pathologie und der Methodik der Psychotherapie verschiedener Altersgruppen
  • Intra- und interpersonelle Aspekte psychischer u. psychisch mitbedingter Störungen in Paarbeziehungen, Familien und Gruppen
  • Prävention und Rehabilitation
  • Medizinische und pharmakologische Grundkenntnisse für Kinder- und Jugendlichen-psychotherapeuten
  • Methoden und differentielle Indikationsstellung wissenschaftlich anerkannter psychotherapeutischer Verfahren
  • Dokumentation und Evaluation von psychotherapeutischen Behandlungsverläufen
  • Berufsethik und Berufsrecht; medizinische und psychosoziale Versorgungssysteme; Organisationsstrukturen des Arbeitsfeldes; Kooperation mit Ärzten und anderen Berufsgruppen
  • Geschichte der Psychotherapie

    Themenbereiche Vertiefte Ausbildung:

    • Theorie und Praxis der Diagnostik, insbesondere Anamnese, Indikationsstellung und Prognose, Fallkonzeptualisierung und Behandlungsplanung
    • Rahmenbedingungen der Psychotherapie, Behandlungssetting, Einleitung und Beendigung der Behandlung insb. im Hinblick auf bestehende Abhängigkeit von Beziehungspersonen
    • Therapiemotivation und Widerstand des Kindes oder Jugendlichen und seiner bedeutsamen Be-ziehungspersonen, Entscheidungsprozesse des Therapeuten, Dynamik der Beziehungen zwischen dem Therapeuten und dem Kind oder Jugendlichen sowie seinen Eltern oder anderen bedeutsamen Beziehungspersonen im psychotherapeutischen Behandlungsprozess
    • Behandlungskonzepte und -techniken sowie deren Anwendung in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie
    • Behandlungstechniken bei Kurz- und Langzeittherapie von Kindern und Jugendlichen und den bedeutsamen Beziehungspersonen
    • Krisenintervention bei Kindern und Jugendlichen und den bedeutsamen Beziehungspersonen
    • Gesprächsführung mit den Beziehungspersonen des Kindes oder Jugendlichen im Hinblick auf deren psychische Beteiligung an der Erkrankung und im Hinblick auf deren Bedeutung für die Herstellung und Wiederherstellung des Rahmens der Psychotherapie des Patienten
    • Einführung in die Säuglingsbeobachtung und in den Umgang mit Störungen der frühen Vater-Mutter-Kind-Beziehung

    Ihre Ansprechpartnerin

    Hannah Nebeling, M.Sc.
    Ausbildungsmanagement

    Fon: 040.361 226 48200
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