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Verhaltenstherapie

Verhaltenstherapie ist Hilfe zur Selbsthilfe. In der Verhaltenstherapie werden psychische Beschwerden, die sich in Form von problematischen Verhaltens- und Denkweisen, Einstellungen oder dem Umgang mit Gefühlen äußern, verändert.

Verhaltenstherapeuten nutzen hierfür eine Vielzahl an Techniken und Methoden, die durch die wissenschaftlich-empirische Forschung als wirksam belegt wurden. Diese werden mit den Patienten transparent erarbeitet und angewandt.

Ziel ist es, mit psychischen Belastungen umgehen zu können, neue Denk- und Verhaltensweisen anzunehmen und alte abzulegen. Verhaltenstherapie orientiert sich sowohl an aktuellen Problemen, als auch an den Faktoren, welche die Beschwerden ausgelöst haben und/ oder aufrechterhalten. Dadurch erhalten Patienten Kenntnis über die Ursachen und die Entstehungsgeschichte ihrer Beschwerden.

  • »Ausbildungsdauer und Ablauf
  • »Theorie
  • »Praxis

»Ausbildungsdauer und Ablauf

Die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten erfolgt nach den Vorgaben der Approbations- und Prüfungsverordnung und schließt mit der staatlichen Approbationsprüfung vor dem Landesprüfungsamt ab. Die Ausbildung umfasst insgesamt mindestens 4.200 Stunden.

Die Ausbildung im Überblick

  • 600 Stunden Theorie
  • 600 Stunden eigene Behandlungsfälle an der Ausbildungsinstitutsambulanz unter Supervision (Praktische Ausbildung)
  • 150 Stunden Gruppen- und Einzelsupervision
  • 120 Stunden Gruppenselbsterfahrung
  • 1.200 Stunden praktische Tätigkeit in einer psychiatrischen Klinik
  • 600 Stunden praktische Tätigkeit in einer sozialrechtlich zugelassenen Einrichtung der psychiatrischen oder psychotherapeutischen Versorgung
  • 930 Stunden Freie Spitze 

»Theorie

Die theoretische Ausbildung am HIP HafenCity Institut für Psychotherapie erfolgt an 38 Wochenendblöcken in den ersten 3-4 Ausbildungssemestern. Die Seminare finden ein bis zwei Mal monatlich in den Räumlichkeiten des Ausbildungsinstituts statt.

Theoretische Ausbildung in der Verhaltenstherapie

Die Auszubildenden erwerben Wissen über die historischen, psychopathologischen und berufsrechtlichen Grundlagen. Darüber hinaus erhalten sie fundierte Kenntnisse über kognitiv-verhaltenstherapeutische Modelle und Methoden sowie Kompetenzen zur Steuerung therapeutischer Prozesse, z.B. die Gestaltung der Therapiebeziehung und die Aktivierung therapeutischer Wirkfaktoren. Auch Grundkenntnisse moderner Weiterentwicklungen der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) sowie benachbarter Therapierichtungen mit nachgewiesener Wirksamkeit werden erworben.


Ausbildungsschwerpunkte im Überblick    

Historische Grundlagen

  • Geschichte der Psychopathologie
  • Geschichte der Psychotherapie
  • Geschichte der Therapieforschung

Psychopathologie

  • Allgemeine Psychopathologie
  • Störungsspezifische Psychopathologie

Vertiefte Methoden der KVT

a) Standardverfahren

  • Konfrontationsverfahren
  • Operante Verfahren
  • Modelllernen
  • Selbstmanagement-Techniken
  • Therapeutisches Rollenspiel
  • Entspannungsverfahren

b) Kognitive Interventionen

  • Kognitive Umstrukturierung (Beck und Ellis)
  • Sokratische Gesprächsführung

c) Moderne Entwicklungen

  • Imaginative Verfahren
  • Achtsamkeit und Akzeptanz
  • Emotionsaktivierende Interventionen

Psychotherapeutische Prozesse

  • Problemanalyse, Verhaltensanalyse, Zielanalyse
  • Plananalyse (vertikale Verhaltensanalyse)
  • Konzepte der therapeutischen Beziehungsgestaltung
  • Allgemeine und spezifische Wirkfaktoren in der Psychotherapie
  • Therapiemotivation und motivationale Klärung
  • Compliance / Adherence
  • Klärungsprozesse in der Psychotherapie
  • Lösungs- und Ressourcenaktivierung in der Verhaltenstherapie

Grundlagen moderner Weiterentwicklungen der KVT

  • Achtsamkeits- und Akzeptanzbasierte Therapie
  • Schematherapie
  • Klärungsorientierte Psychotherapie
  • Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy
  • Dialektisch Behaviorale Therapie

Besondere Problemstellungen (schwierige Situationen)

  • Umgang mit Komorbidität
  • Krisenintervention und Suizidalität
  • Umgang mit interaktionellen Störungen
  • Psychotherapie bei Patienten mit Migrationshintergrund
  • Psychotherapie bei Älteren 

Einführung in weitere Gebiete in der KVT

  • KVT mit Gruppen
  • KVT mit Kindern und Jugendlichen

Grundlagen anderer wiss. anerkannter psychotherapeutischer Verfahren

  • Systemische- und Familientherapie
  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
  • Analytische Psychotherapie

Berufs- und Tätigkeitsfelder für Psychotherapeuten / Praxismanagement

  • Vorbereitung auf die Niederlassung
  • Professionelle Praxisführung
  • Grundlagen der KV-Praxis und Möglichkeiten im Kostenerstattungssystem
  • Psychotherapie in Kliniken und Beratungsstellen,
  • Öffentlicher Gesundheitsdienst
  • Neue Versorgungsstrukturen in der Gesundheitsversorgung

Rechtliche Grundlagen der Psychotherapie und Qualitätsmanagement

  • Berufsrechtliche Aspekte der Psychotherapie
  • Dokumentation und Evaluation in der Psychotherapie
  • Umgang mit forensischen Problemstellungen
  • Qualitätsmanagement

»Praxis

Praktische Ausbildung

Im Rahmen der Praktischen Ausbildung behandeln die Ausbildungsteilnehmer unter Supervision nach circa 18 Ausbildungsmonaten und erfolgreich absolvierter Zwischenprüfung eigene Patienten an der Ausbildungsinstitutsambulanz.

In den 600 Stunden werden üblicherweise 10-12 Patienten in Kurz- und Langzeittherapie behandelt. Die Behandlungsfälle decken dabei das gesamte psychotherapeutische Diagnose- und Behandlungsspektrum ab.

 

Supervision

Im Rahmen Ihrer Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten erhalten Sie insgesamt 150 Stunden Gruppen- und Einzelsupervision. Unsere langjährig erfahrenen Psychotherapeuten unterstützen Sie bei der Planung und Durchführung Ihrer Therapien und begleiten Sie während des gesamten Behandlungsablaufs. Das HIP hat mit anerkannten und akkreditierten Supervisoren Kooperationsverträge geschlossen. Sie haben die Möglichkeit, für die Einzel- und Gruppensupervisionen zwischen den Supervisoren zu wählen.

 


Praktische Tätigkeit

Die praktische Tätigkeit besteht aus zwei Bausteinen:

  • Der erste Baustein (P1-Praktikum) umfasst 1.200 Stunden in einer psychiatrischen Klinik, die innerhalb von 12 Monaten absolviert werden.
  • Der zweite Baustein (P2-Praktikum) beinhaltet 600 Stunden in einer sozialrechtlich zugelassenen Einrichtung der psychotherapeutischen oder psychosomatischen Versorgung.

Die praktische Tätigkeit sollte möglichst früh, das heißt am Anfang der Ausbildung begonnen werden. Die Reihenfolge ist dabei frei wählbar, wir empfehlen, mit dem P1-Praktikum zu beginnen. Da die Praktikumsplätze stark nachgefragt werden, empfiehlt sich die frühzeitige Bewerbung um einen Praktikumsplatz, idealerweise, sobald Sie sich für die Ausbildung entschieden und den Ausbildungsvertrag abgeschlossen haben. Wir kooperieren mit zahlreichen psychiatrischen Kliniken und sozialrechtlich zugelassenen Einrichtungen im Bundesgebiet, um den Ausbildungsteilnehmern möglichst ein wohnortnahes Praktikum zu ermöglichen. Eine Auswahl unserer Kooperationspartner finden Sie hier.

Als Besonderheit haben Sie bei uns die Möglichkeit, Ihr P2-Praktikum in der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz in der MSH zu absolvieren.

 


Was ist die Psychotherapeutische Hochschulambulanz und welche Vorteile haben Sie?
Die Psychotherapeutische Hochschulambulanz in der MSH Medical School Hamburg deckt als Ambulanz für Forschung und Lehre sowohl ein breites Spektrum an psychotherapeutischen Behandlungsschwerpunkten ab, als auch Beratungs- und Präventionsangebote.

Das Angebot richtet sich an Erwachsene, die unter psychischen Problemen leiden und steht allen Patienten unabhängig vom Versicherungsstatus (Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen, privat Versicherte und Selbstzahler) zur Verfügung.

Die enge Verknüpfung der Hochschulambulanz mit der universitären Psychotherapie-Forschung an der MSH ermöglicht es, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar in die Behandlungsangebote einfließen zu lassen.

Für Sie von Bedeutung
Die Hochschulambulanz der MSH kooperiert eng mit der Ausbildungsinstitutsambulanz des HIP, an dem Sie Ihre Ausbildung absolvieren. Dies trägt entscheidend dazu bei, unseren Qualitätsstandards in Diagnostik, Beratung und Therapie gerecht zu werden und eine optimale psychotherapeutische Versorgung zu ermöglichen.

Absolventen der Ausbildung am HIP haben ganz besonders gute Chancen auf Übernahme in ein unbefristetes Anstellungsverhältnis in der Hochschulambulanz. Aufgrund der stetigen Zunahme von Patienten mit psychischen Problemen wächst die Zahl der Patienten in der Hochschulambulanz seit Jahren. Hier ergeben sich hervorragende Startchancen für junge Psychotherapeuten.


Selbsterfahrung

Ein wesentlicher Bestandteil in der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten ist die Gruppenselbsterfahrung, die im Vertiefungsverfahren Verhaltenstherapie 120 Stunden umfasst. Diese gliedert sich in drei bis vier Gruppenselbsterfahrungswochenenden.

In diesen Veranstaltungen erhalten Sie die Möglichkeit, sich bewusst mit sich selbst und ihren bisherigen persönlichen Erfahrungen auseinanderzusetzen. Dadurch lernen Sie, bewusster mit eigenen Reaktionen umzugehen. Im Mittelpunkt steht die Reflexion der eigenen Biografie, die Selbstfürsorge sowie die Bewältigung von schwierigen und herausfordernden therapeutischen Situationen.

Grundsätzlich beginnen die Selbsterfahrungseinheiten mit Beginn der Ausbildung und verteilen sich über die gesamte Ausbildungszeit. Wir legen Wert darauf, dass die Selbsterfahrungsleiter nicht personenidentisch mit den Lehrenden im Rahmen der Theorieausbildung sind. Entsprechend dem integrativen und verfahrensübergreifenden Ansatz in der Ausbildung am HIP wird ein Teil der Selbsterfahrungseinheiten von Selbsterfahrungsleitern aus einem anderen Vertiefungsverfahren begleitet.

Freie Spitze

Mit dem Ausbildungsangebot werden 3.270 Stunden der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten abgedeckt.

Im Rahmen des verbleibenden Rests – der Freien Spitze im Umfang von 930 Stunden – haben Sie die Möglichkeit, sich die Teilnahme an Tagungen und Kongressen, an Klinikfortbildungen/ Kolloquien, an Repetitorien sowie die Stunden für die Erstellung der Berichte an den Gutachter und einen Teil der Dokumentation anrechnen zu lassen.

Promotion – Sie möchten neben der Ausbildung promovieren?

Für die wissenschaftlich und forschungsorientierten Teilnehmer an der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten am HIP HafenCity Institut für Psychotherapie besteht die Möglichkeit der Promotion an der MSH Medical School Hamburg. Die MSH hat zurzeit noch kein eigenes Promotionsrecht, kooperiert aber mit anderen Universitäten. Unsere Professoren der Fakultät Humanwissenschaften betreuen zahlreiche Promotionen und freuen sich auf Ihre Anfrage.

 

 

Ihre Ansprechpartnerinnen

Michelle Kraft, M.Sc.
Ausbildungsmanagement

Fon: 040.361 226 48200
E-Mail schreiben

Hannah Nebeling, M.Sc.
Ausbildungsmanagement

Fon: 040.361 226 48200
E-Mail schreiben